Lesung im totsicher – und other news

Mir ist heute früh was eingefallen. Nämlich, dass ich nächste Woche Dienstag etwas vorlesen werde. Und zwar aus dem “Kind auf der Treppe”.

ORT: Krimibuchhandlung “totsicher” in der Berliner Winsstraße. Das ist im Prenzlauer Berg.
ZEIT: Dienstag, 14.09., 20:00 Uhr
EINTRITT: 4,00 Euro

Der Ort ist wirklich schön, mit Holzboden, Wein, Sofa, weichem Licht und Büchern rundherum. Wer noch nicht hat oder nochmal will – ich freue mich, wenn Ihr kommt!

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Und nun die other news. Fange ich mit dem “Hinterland” an. Es hat auf Facebook mittlerweile eine eigene Seite. Dort biedern wird uns nicht nur potentiellen Lesern (Bowisten und SF-Fans) an, sondern auch den unendlichen Weiten des englischsprachigen Buchmartes. Tatsächlich ist es uns (mit Anna Janas’ Hilfe) gelungen, engagierte Profis aufzutreiben, die das “Hinterland” nach und nach ins Englische übersetzen.

Da es sogar für einen Herrn Kehlmann ein Glücksfall ist, auf den amerikanischen Buchmarkt losgelassen zu werden, sind die Aussichten für das “Hinterland”, zum “Ausland” zu gehören, verschwindend gering. Eine Übersetzerin hat erzählt, dass Sie mal ein Projekt bei US-Verlagen angeboten hat. Die Antwort: No thanks, we already have two Books from other countries this year. Also, nicht etwa “zwei Bücher aus Deutschland” – sondern zwei Bücher from the entire fucking not english writing hinterworld!

Aber es gibt Schleichwege … Sobald die Übersetzung vollständig ist, könnten wir das Buch z.B. über amazon.com als POD anbieten. POD bedeutet “Print on Demand”. Man kann das Buch ganz normal bei amazon bestellen, aber es werden immer nur so viele gedruckt, wie gekauft werden. Außer unserer Hinterland-Seite und den persönlichen Kanälen der Autoren und Übersetzer hätten wir dann zwar keinen Vertrieb – dafür gehen aber alle Einnahmen direkt an uns. :-)

Aber zuerst ist die deutsche Ausgabe dran. Und jetzt kommen die echten News: Das “Hinterland” wird in Frankfurt auf der BuCon 2010 vorgestellt. Die BuCon ist parallel zur Frankfurter Buchmesse ein traditionsreiches Branchentreffen für alle fantastischen Genres. Der Verleger Ernst Wurdack wird das Buch dort präsentieren, und drei von uns werden aus dem “Hinterland” lesen:

Dirk Röse liest aus “Purgatorium”
Barbara Streun liest aus “On Idle”
Nadine Boos liest aus “Kamera(d), Action!”

Und nun die Kurznachrichten:

+++ +++ +++ “Die Seelenfotografin” von Charlotte Freise ( = Karla Schmidt) jetzt bei amazon vorbestellen! Das Buch ist lektoriert, korrigiert und gesetzt und fertig. YES! +++ +++ +++ Karla Schmidt wagt ein Experiment. Gemeinsam mit Daphne Großmann will sie unter einem gemeinsamen Pseudonym Fantasy für junge Erwachsene schreiben. Schaun wir mal, wie gut das klappt +++ +++ +++ Die letzte Nacht war schlaflos, aber gut. Endlich hat sich bei Karla Schmidt ein großer, dicker Knoten gelöst, die Bruchstücke einer Story haben sich zusammengefügt. Mehr dazu gleich … +++ +++ +++

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Ja, Thema Schreibknoten. Soll ja angeblich den meisten Autoren hin und wieder passieren. Dieser Knoten hatte sich aus verschiedenen Fäden zusammengeschwurbelt.

Faden 1: Eigentlich darf ich jetzt nicht noch was schreiben. Der nächste Thriller ist noch nicht fertig, und da ist ja auch noch diese Coautoren-Sache … erstmal was fertig machen, bevor Du was Neues anfängst!

Faden 2: Will große, üppige, tiefe Space Opera schreiben. Also, nicht notwendig tatsächlich mit Weltraum, sondern etwas mit dieser Welthaltigkeit und einer entsprechenden Komplexität. Das ist ein verdammt hoher Anspruch.

Faden 3: Science Fiction kauft kein Mensch. Selbst, wenn es keine Science Fiction ist.

Faden 4: Aber es soll ja auch gar keine SF sein, sondern einfach ein Buch, in dem eben auch wissenschaftlich spektuliert wird. Genau. Und das kauft erst recht kein Mensch. Es sei denn, ich würde in den USA leben und unter dem Label Slipstream Fiction schreiben. Kurt Vonnegut darf das, David Foster Wallace hat es getan, bevor er sich erhängt hat. Kelly Link, Jonathan Lethem, Michael Chabon. Die dürfen das alle. Aber hier … kauft kein Mensch. Vergiss es.

Faden 5: Ich kriegs außerdem eh nicht hin. Was bilde ich mit ein! Mistmistmist.

Faden 6: Ich habe 40.000 Ideen für Details, für Szenen, für Figuren. Aber das alles fügt sich nicht zu etwas Ganzem zusammen. Es bleiben lose Einzelteile. Doppelobermist!

Komisch, wie sich solche Knoten manchmal lösen. In diesem Fall war es das glückliche Zusammentreffen von Information:
Gestern habe ich etwas über bestimmte Rezeptoren im Gehirn gelesen und über Medikamentennebenwirkungen. Und ich habe etwas über den Architekten Soleri gelesen. Und ich wusste plötzlich, dass meine Hauptfigur nicht 30, sondern 13 Jahre alt sein muss und dass der Roman nicht jetzt, sondern im Jahr 1986 spielt.
Everything’s falling in to pla-ace.

Am liebsten würde ich nun den ganzen Plot hererzählen. Aber dann hätte wirklich niemand mehr einen Grund, dieses Buch zu kaufen …

Wichtig ist nur: tatsächlich ist es mir völlig egal, dass das Buch in kein Genre passen wird. Selbst, wenn ich es nicht verkaufen kann – ich brenne darauf, es zu schreiben. Es geht dabei um die Empfindung, etwas gefunden zu haben und es mitteilen zu können. Es geht um den schmalen Kanal zwischen “Wissen” und “Suchen”, dem man beim Schreiben folgt.
Alle Erwägungen zur Verkäuflichkeit eines Manuskripts sind angesichts der Erkundung der soeben entdeckten Welt zweitrangig – und solange man einen Brotjob hat oder andere Projekte, die besser in die Marktschubladen passen, bleibt es auch zweitrangig.

14 Kommentare zu “Lesung im totsicher – und other news”

  1. Dirk Röse schrieb am 06 Sep 2010 um 09:52 #

    … down in space it’s always nineteen-eightysix …

  2. Karla schrieb am 06 Sep 2010 um 10:08 #

    Hach, die Bowisten schmeißen wieder mit Zitaten um sich. Dit macht mir Spaß … ;-)

  3. Frank Böhmert schrieb am 06 Sep 2010 um 10:59 #

    Hmmmm, das klingt nach einem Buch für Böhmerts Frank!

  4. Karla Schmidt schrieb am 06 Sep 2010 um 11:13 #

    Etwa ein potentieller Käufer?! Vorsicht, ich bin viel zu leicht durch marktwirtschaftliche Erwägungen korrumpierbar. ;p

  5. Frank Böhmert schrieb am 06 Sep 2010 um 17:38 #

    Hmmmmmm, wenns mir gefällt, mach ich sogar noch Reklame dafür!

  6. Jakob schrieb am 07 Sep 2010 um 09:37 #

    Hauptsache, du lässt dich nicht vom Schreiben abhalten vom Gedanken an die Reklame!

  7. karla schrieb am 07 Sep 2010 um 11:42 #

    @Frank und Jakob – ach, der Gedanke an Reklame hält mich weniger ab, als das selbst Reklame machen. Aber wenn Frank das übernimmt, ist ja alles gut. ;-)

  8. Dirk Röse schrieb am 15 Sep 2010 um 14:11 #

    Und? Wie lief diese totsichere Angelegenheit?

  9. Karla schrieb am 15 Sep 2010 um 15:47 #

    Hi Dirk – schön wars. Das Lesen selbst finde ich gar nicht sooo spannend. Ich kenne den Text ja. ;-)
    Aber es wurden hinterher viele interessante Fragen gestellt – von denen einige darauf schließen ließen, dass die Frager selbst auch schreiben.
    Eigentlich macht mir das Plaudern hinterher deutlich mehr Spaß. :-)

  10. Dirk Röse schrieb am 15 Sep 2010 um 16:05 #

    Habe gerade “Hinterland” bei amazon.de entdeckt …

  11. Karla schrieb am 15 Sep 2010 um 16:11 #

    Ja, ich auch. Aber da es noch nicht vorbestellbar ist, hänge ich es immer noch nicht an die große Bimmelglocke. ;-)

  12. Siegfried Langer schrieb am 15 Sep 2010 um 18:51 #

    Endlich!!! :-)

    Sieht ja beeindruckend aus, diese Riesen-Liste an Autoren …

  13. Karla schrieb am 15 Sep 2010 um 19:20 #

    Ach, ich habe noch was nettes, aber die Info ist leider bis 09.10. gesperrt … ;-)

    LGK

  14. Siegfried Langer schrieb am 15 Sep 2010 um 21:45 #

    Oooch, Neugierde wecken und dann auf den 09.10.2010 vertrösten ist unfair … :-)

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